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Reise zur Internationalen Passivhaus Konferenz in China

Bahnreise mit der Transsibirischen Eisenbahn bis nach Gaobeidian (nahe Peking)

Zu siebt haben wir uns von unterschiedlichen Startpunkten in Österreich und Deutschland mit der Bahn auf den Weg gen Osten gemacht. Gebucht wurde über das auf Bahnreisen spezialisierte Reisebüro Gleisиost.

Neben dem Besuch der Passivhauskonferenz ging es darum zu zeigen, dass die Strecke von ca. 10.000 km auch mit dem Zug zu bewerkstelligen ist. Der Flug für die Strecke verursacht mindestens 4 t CO2 äqu.; die Reise mit der Bahn immerhin „nur“ 1 t CO2. Dies vor dem Hintergrund, dass in einer nachhaltigen Welt jedem Erdenbürger für den Personentransport  lediglich Emissionen von 200 kg CO2/Jahr zur Verfügung stehen.

Die Reise mit dem Zug nach China führte über die Mongolei, durch die Wüste Gobi und die Städte Ulanqab 乌兰察布市, Zhangjiakou 张家口市 bis nach Peking. Unsere Reisegruppe war von den vielen Wohnhochhäusern in den Städten, aber auch den vielen jungen Bäumen entlang der Bahnstrecke überrascht.

Pünktlich zum 70. Jahrestag der Staatsgründung der Volksrepublik China sind wir an unserem ersten Ziel in Peking angekommen. Für uns waren es zwei Tage an denen wir uns etwas an das Land gewöhnen konnten. Die Feierwoche ist Reisezeit für überproportional viele Chinesen. Aus Sicherheitsgründen war auch die U-Bahn für zwei Tage geschlossen. Beim Benutzen der modernen Bahn werden alle Taschen und Personen aus Sicherheitsgründen untersucht. Der Tian’anmen-Platz, an dem die große Parade stattfand, war nur für geladenen Gäste geöffnet, zu denen gehörten wir aber nicht.

Von Peking ging es nach Qingdao, der ehemaligen deutschen Kolonie. Qingdao liegt am Chinesischen Meer. Der Baustil aus der Zeit ist sehr deutsch. Dort gibt es den chinesisch-deutschen Eco Park. Wir haben in dem Park eine „kleine“ Passivhaussiedlung mit Mehrfamilienhäusern und Reihenhäusern besichtigt. Der Baustandard machte einen ähnlichen Eindruck wie bei uns, die Wohnungsgrößen betragen etwa 100 – 150m², die Reihenhäuser hatten 300m² Geschossfläche einschließlich Keller. Die Grundstücke werden vom Staat auf Erbpachtbasis vergeben. Die Gebäude kosten zwischen 2500 €/m² und 4500 €/m².

Die Internationale Passivhauskonferenz war auch ein regionales Ereignis, überall wo sich die Teilnehmer bewegten waren Flaggen und Maskottchen aufgestellt. Den ausländischen Gästegruppen wurden Guides beiseite gestellt. Der Einführungsteil der Konferenz erinnerte etwas an einen Chinesischen Parteitag, es haben einige Politiker gesprochen. Herausragend war Xu Wie – Chef der Chinesischen Passivhausvereinigung. Er sagte, dass China anstrebt, zukünftig 25% der Neubauten in Passivhausbauweise zu erstellen. Beeindrucken war auch der Vortrag von Diana Ürge-Vorsatz, Mitautorin des IPCC Berichtes 1,5°. Ihre Aussage ist, dass wenn noch 500 Gigatonnen Co2 in die Atmosphäre gelangen, werden die +1,5 ° zusätzliche Erdmitteltemperatur überschritten. Bei derzeit 55 Gigatonnen pro Jahr macht das knapp 10 Jahre mit Basis von 2018.

Ein Thema bei der Konferenz waren Dunstabzugshauben. In China wird mit deutlich mehr Kochdünsten gekocht als bei uns. In einem Restaurant konnten wir das einmal direkt erleben. Immer wenn der Wok vom Gasherd genommen wurde, schlug die Gasflamme 50 cm in die Höhe.
Es ging auch um Luftdichtheitsmessungen von Hochhäusern. Wohngebäude werden in China üblicherweise bis 100 m Höhe gebaut und auf Luftdichtheit gemessen. Das Passivhausinstitut hat dazu eine Anleitung verfasst; auch Stefanie Rolfsmeier hat ihre Erfahrungen darin eingebracht.
Weiterhin ging es um Luftqualität in Wohnungen. Aufgrund der teilweise schlechten Luftqualität im Freien ein Thema, ebenso die Messung von Feinststaub (PM 2.5). Die Mitreisenden Helmut Krappmeier und Bernd Steinmeier haben Vorträge zur Kosteneffizienz und historisches Effizienzwissen gehalten.

Es hat sich gezeigt, dass sich die 10.000 km pro Strecke gut mit der Bahn zurücklegen lassen.

Es wurde ein umfangreicher Blog zur Reise verfasst.

Wer tiefergehendes Interesse hat, kann sich gern bei Paul Simons melden: simons(at)blowerdoor.de

Auf der Teilstrecke von Irkutsk am Baikalsee nach UlanBaator – Hauptstadt der Mongolei. Treffen im Viererabteil.

Der Chinesische Speisewagen; das Essen wird noch serviert.

An der Bahnstrecke tauchten immer wieder Wohnhochhäuser auf.

Peking Innenstadt mit neuer Bebauung

Peking mit historischer Bebauung

Mit Hochgeschwindigkeitszügen ging es in das 500 km entfernte Quingdao.

Unterwegs immer wieder Neubaugebiete auf der grünen Wiese

Passivhäuser im chinesisch-deutschen Eco Park. Die Hochhäuser im Hintergrund sind konventionelle Hochhäuser.

Frau Diana Ürge-Vorsatz, Mitverfasserin vom IPCC Report 1,5° bei ihrem Vortrag

Xu Wie – Chef der Chinesischen Passivhausvereinigung

Auf der begleitenden Messe ist auch die Minneapolis BlowerDoor vertreten. Hier Michael Meyer Olbersleben mit dem Chinesischen Händler

Besichtigung der Passivhaussiedlung in Gaobeidian. Die 1 Mio m² Wohnfläche sind extra für die Passivhauskonferenz innerhalb von 3 Jahren (Idee - Planung - Ausführung) erstellt worden.

Paul Simons kurz vor der Abfahrt von Peking nach Moskau (6 Tage). Von Moskau ging es anschließend in einem Tag nach Hannover.